Der gelungene Auftakt im Bezirksverband Ostfriesland/Oldenburg zeigt, dass das neue Stutenschaukonzept der Selektionsstufe 2 aufgehen kann. Bei der Premiere in Timmel, die die bisherigen Standorte Timmel und Höven zu einem gemeinsamen Termin zusammenführte, war die Resonanz hervorragend. Trotz anfänglicher Ungewissheit über die Akzeptanz des neuen Weges unter den Züchtern nutzten 44 Stuten diese Chance. Davon absolvierten 21 Stuten direkt vor Ort ihre Leistungsprüfung. Dies auch vor dem Hintergrund das in Timmel in der Vergangenheit eine große Anzahl an 2-jährigen Stuten vorgestellt wurden die seit diesem Jahr aber nicht mehr an einer schau teilnehmen dürfen. Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Konzepts ist die Arbeit mit zwei Kommissionen, was sich in Timmel in der Praxis bestens bewährt hat und den Zeitablauf kurz und kompakt gemacht hat.
Das neue System bietet einen entscheidenden Vorteil für die Züchter, da die Stuten nun die Hannoveraner Prämie an einem einzigen Tag komplett sichern können. Erhält eine Stute bei der Schau die Prämienanwartschaft und legt am selben Tag erfolgreich ihre Leistungsprüfung ab, ist sie lebenslang Prämienstute. Dass viele Züchter für diese Möglichkeit auch den Weg aus dem südlicheren Oldenburg in den Norden nach Timmel auf sich nahmen, unterstreicht den Erfolg der Zusammenlegung.
Ein zentrales Ziel des Konzepts war es, die einzelnen Klassen wieder zu vergrößern und dadurch die Vergleichbarkeit zu verbessern. Dies ist in Timmel bestens gelungen. Auch wenn im organisatorischen Ablauf noch an einigen Stellschrauben gedreht werden kann. Eine größere Veranstaltung steigert den Stellenwert des Sieges erheblich. Wie viel den Züchtern dieser Erfolg bedeutet, zeigten die Freudentränen bei den Ehrungen der beiden Siegerstuten, die beide auch ihre Leistungsprüfung am selben Tag erfolgreich abgelegt hatten.
Der anschließende Endring spiegelte das hohe Niveau der gesamten Veranstaltung wider. Die Qualität war so dicht und überzeugend, dass gleich mehrere hochkarätige Stuten den Gesamtsieg verdient gehabt hätten, bevor am Ende die Entscheidung für die beiden Spitzenstuten fallen musste. Gesamtsiegerin im Endring der Dressurstuten wurde die dreijährige Hann.Pr.St. Fleur Unique J v. For Real/Secret (Z. u. Ausst.: Andrea Janssen, Neuschoo), sie überzeugte durch ihr aktives Hinterbein bei einer sehr sportlich aufgemachten Konstruktion. Im Endring der Springstuten setzte sich Hann.Pr.St. Greysi v. Grey Top/Diacontinus (Z. u. Ausst.: Heike Köhne Wolfert) durch. Sie war immer überlegen in ihren Auftritten und nicht nur durch ihre auffällige Zeichnung ein beliebtes „Fotomodell“.
Ebenfalls als Klassensiegerinnen im hochkarätigen Endring vertreten waren Hann.Pr.A. Valaurie v. Von Und Zu/Lauries Crusador xx (Z.: Rudolf Hagen, Großefehn; Ausst.: Dr. Hartmut Bruns, Aurich), Hann.Pr.A. Dejavue v. Despacito/Floriscount (Z. u. Ausst.: Zuchthof Leegmoor, Aurich), Hann.Pr.A. Viva La Donna v. Vitalis/Millennium (Z. u. Ausst.: Sabine und Jan Fauerbach, Dornum), Hann.Pr.A. Chilana v. Chaccothage Blue PS/Calido I (Z.: Frerich de Riese; Ausst.: ZG de Riese, Filsum), Hann.Pr.St. Bayla v. Bonds/Fürst Romancier (Z.: Stefanie Löhmann, Drentwede; Ausst.: Katharina Lindena-Janssen, Ihlow) und Hann.Pr.St. Valbonne v. Von Und Zu/Lauries Crusador xx (Z.: ZG Dr. Schlichting & Borgard; Ausst: Otto Walter, Freiburg).
Zuchtstutenprüfung und Stutenschau Timmel (Selektionsstufe 2)
Anzahl Stuten: 44
Anzahl prämierter Stuten: 29
Richterkommission: Maren Schlender, Arend Garrn, Dr. Axel Brockmann, Bo Eitenmüller, Tabea Meiners (Testreiterin)
Text: Bo Eitenmüller
Foto: Juliane Fellner