Der Sieg im Kleinen Finale der fünfjährigen Dressurpferde bei der FEI WBFSH Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde, im Preis von TO Horses, war eine Familienangelegenheit durch und durch. Linnéa Holmgren ritt Buskhagas Sanjay an die Spitze. Sanjay ist ein selbstgezogenes Pferd ihrer Mutter Malin Holmgren, die zugleich als „Trainerin, Pferdepflegerin, Frisörin, Mentaltrainerin und überhaupt für alles“, mit in Verden ist. Schon im vergangenen Jahr war Linnea im Finale der Siebenjährigen in Verden am Start, damals auf Buskhaga Sitara, eine Halbschwester zu Sanjay. Beide haben dieselbe Mutter Sigma, eine Tochter des Sandro Hit. Väterlicherseits geht Sigma auf Springbank II zurück, während Sanjay Suarez zum Vater hat.
Als letztes Paar gingen die Profiausbilderin, die vor wenigen Wochen noch bei der U25-EM in Ungarn mitgeritten ist, und der schwedische Hengst Sanjay ins Kleine Finale in der HORSE24-Arena und sicherten sich mit 82,20 Prozent den Sieg. Dreimal gab es die 8,0 in den Einzelnoten, für Trab, Schritt und die Durchlässigkeit, im Galopp wurde der Sieger mit 8,6 bewertet, in der Perspektive mit 8,5. „Ich wusste von Tag eins, dass Sanjay etwas Besonderes ist. Er hat sich gleich in einer so federnden Art und Weise im Vorwärts bewegt. Das sieht man sehr selten“, strahlte Linnea und wischte sich noch die letzten Freudentränen aus dem Gesicht. „Er hat mir heute ein unglaubliches Gefühl in der Prüfung gegeben“, resümierte die 24-Jährige, die genau am Finaltag, am Sonntag, ihren 25. Geburtstag feiert. „Er war ganz ruhig und konzentriert bei mir. Das war am ersten Tag noch nicht so. Heute konnte ich ihn in einem sehr guten Rahmen vorstellen, er ist so harmonisch in seinen Bewegungen, lässt sich einfach super reiten und hat unglaublich viel Energie.“
Mit 81,40 Prozent sicherte sich Rahmoz Langholt, vorgestellt von Michael Grønne Christensen, Platz zwei. Der dänische Sohn des Straight Horse Ramses, aus einer Blue Hors Don Schufro-Mutter gezogen und im Besitz von Bente Graasbøll und Ole Magnus Jensen punktete vor allen in der Perspektive (8,4) und im Trab (8,2).
Die KWPN-Stute Rituals de la Fazenda belegte mit glatten 80 Prozent Platz drei in diesem Kleinen Finale. Die Tochter des Magnum de la Fazenda, Muttervater Negro (Z.: J.M.M. Rockx, Bes.: Johan Rockx und Penny Zavitz-Rockx) wurde von Thalia Rockx vorgestellt. Ihr Trab wurde mit einer 8,5 am höchsten von allen fünf Teilnoten bewertet. Auf Platz vier folgten gleichauf mit 79,20 Prozent Van Love WS v. Valverde NRW, geritten von Eric Guardia Martinez, und Esquire OLD v. Escolar, vorgestellt von Eva Möller.
Die besten Drei des Kleinen Finales haben sich ihre Tickets für das Finale in der HORSE24-Arena gesichert, das Finale der weltbesten fünfjährigen Dressurpferde beginnt am Sonntag um 13.30 Uhr.
Das WM-Finale steht in Verdens HORSE24-Arena am Sonntag ab 13.30 Uhr auf dem Programm.
Secret trumpft auf
Secret ist der dominante Vererber dieser Weltmeisterschaft, das hat der Internetdienst equestrian-hub.com ausgewertet. Bei 134 WM-Teilnehmern in den Altersklassen fünf-, sechs- und siebenjährig steht der Sohn von Dreifachweltmeister Sezuan satte 18 Mal auf der Vaterseite. Mit neun Nachkommen ist Vitalis der zweithäufigste WM-Vater, Escolar folgt mit acht Nachkommen auf Platz drei der meist vertretenen Vererber.
„Wir eifern dem nach“
Am Rande der WM in Verden: Ein Blick der schwedischen Pferdesport-Journalistin, Kim Lundin, auf die deutsche Pferdezucht.
„In den nordischen Ländern, Schweden, Norwegen, Finnland, gucken wir in der Pferdezucht seit unglaublich langer Zeit darauf, was in Deutschland gemacht wird, und eifern dem nach. Wir achten darauf, welche Blutlinien es in Deutschland gibt, welcher Typ Pferd gezogen wird, was modern ist, und dann versuchen die schwedischen Züchter, speziell bei Dressurpferden, das zu kopieren. In der Springpferdezucht hat in den vergangenen Jahren der Einfluss von Frankreich, Belgien und Holland zugenommen. Bei den Springpferden ist Deutschland nicht mehr die Nummer eins, bei den Dressurpferden aber absolut.“
Text: Kim Kreling