„Natürlich geht es in erster Linie um die besten Dressurnachwuchspferde der Welt, aber auch um die Stimmung unter Pferdefreunden aus dem In- und Ausland und aus der Region“, betont der Präsident des Hannoveraner Verbandes, Dr. Frederic Bünger. „Auch die gemeinsame Freude am Pferd sollte ein wesentlicher Teil dieser Weltmeisterschaft sein.“ Das sei schon im vergangenen Jahr bei der WM in Verden deutlich spürbar gewesen, so Bünger. „Jeder, den man getroffen hat, war gut gelaunt und begeistert von der Atmosphäre, dem Aufbau und der hervorragenden Organisation.“ In diesem Jahr setzt das Veranstalterteam gerade in puncto Atmosphäre und Stimmung im Rahmenprogramm noch eins obendrauf. Am Freitag und Samstag (7. und 8. August) spielt ab 18.00 Uhr auf dem Food Court Gute-Laune-Musik auf: mit Event-Saxophonist Chris Kawa und „der Band, die überall spielt, wo es Spaß macht“, The Speedos.
Mit Blick auf die WM-Entscheidungen in der Horse24-Arena erklärt Bünger, der aus einer Züchterfamilie stammt: „Die Pferde haben sich natürlich in den letzten Jahrzehnten enorm verändert. Das ist ganz klar. Sie sind viel eleganter, langbeiniger, vielleicht auch ein bisschen graziler und blütiger geworden. Aber der zentrale Gedanke, den wir für den Dressursport brauchen, ist für mich nach wie vor die Hinterhand. Die Hinterhand, die aktiv Bewegung generieren, unter den Schwerpunkt fußen, die Last aufnehmen und nachher, wenn wir über die schweren Lektionen reden, auch die Kraft halten kann. Darum ging es immer, das ist heute noch gültig und wird auch in Zukunft die zentrale Aufgabe sein.“ Das betreffe nicht nur die Hannoveraner oder die nationale Zucht, das gelte weltweit. „Am Ende wollen alle auf dem Championat dieselbe Aufgabe und dieselben Lektionen möglichst leicht und harmonisch präsentieren. Also ist das für alle gültig.“
Pferde und Reiter sind für das Präsentieren zuständig, das Präsentierte zu beurteilen ist Aufgabe der Richter. 14 internationale Dressurrichter aus zwölf Nationen werden in den fünf WM-Tagen in Verden im Einsatz sein, darunter fünf Level-4- und neun Level-3-Richter. Besonders spannend sind die kleinen und großen Finalprüfungen – nicht nur, weil dort die Medaillenentscheidungen fallen, sondern auch weil sie von einem internationalen Richter vor Ort kommentiert werden. Warum gab es diese oder jene Note? Was hat besonders gut gefallen? Wo hätten sich die Juroren etwas anders gewünscht? Mit der direkten Kommentierung nach jedem Ritt wird den Zuschauern, aber auch Reitern und Trainern ein direktes, transparentes und wertvolles Feedback gegeben. „Ich habe tiefsten Respekt vor allen, die sich dieser Aufgabe mit ihren Pferden stellen“, betont Bünger. „Und wenn man das Ganze als Weg der Ausbildung betrachtet, dann wünsche ich jedem, dass er den Schritt auf diesem Weg machen kann, den er sich vorgenommen hat.“
Spannende Schritte für Dressur-Youngster mit außergewöhnlicher Atmosphäre und Freude im und um das WM-Viereck herum – das wartet auf alle Teilnehmer und Besucher bei der 19. Auflage der FEI WBFSH Dressage World Breeding Championship for Young Horses von 5. bis 9. August in Verdens Horse24-Arena.
Text: Kim Kreling