„Horse of the Month“ der FEI ist im Juli Mount St John Freestyle v. Fidermark/Donnerhall. Dazu wurde folgender Text auf der Homepage der Internationalen Reiterlichen Vereinigung veröffentlicht:
Sie machte bereits 2018 bei den Weltmeisterschaften in Tryon (USA) auf sich aufmerksam und gewann dort mit Charlotte Dujardin Bronze im Mannschafts- und Einzelwettbewerb. Acht Jahre später zählt die Hannoveraner Stute zu den Favoritinnen auf Gold bei der Weltmeisterschaft. Mit der dänischen FEI-Weltranglisten-Nr. 1, Cathrine Laudrup-Dufour, reist sie in Bestform ihrer langen Karriere nach Aachen.
Freestyles Geschichte begann in Deutschland, wo sie bei Stephan Kurz in Zöbingen geobren wurde. Ihr Präfix lautet „Mount St John“ statt „MSJ“, da sie von dem britischen Gestüt gekauft und nicht selbst gezüchtet wurde. Ihr Vater ist der deutsche Dressurhengst Fidermark, ihre Mutter ist Donna Gracia. Emma Blundell, Geschäftsführerin des Mount St John Stud, ersteigerte Freestyle 2009 als Fohlen auf der Hannoveraner Elite-Fohlenauktion in Verden.
Neun Jahre später verhalfen Freestyle und Charlotte Dujardin Großbritannien zur Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb, bevor sie auch noch Bronze in der Einzelwertung gewannen. Das Paar erzielte im Grand Prix Special 81,4 Prozent und bestätigte damit das immense Potenzial der Stute auf höchstem Niveau.
Mittlerweile ist Freestyle 17 Jahre alt, und fast ein Jahrzehnt nach Tryon blickt sie auf eine Karriere zurück, die keineswegs geradlinig verlief. Ihre Rolle im Zuchtprogramm von Mount St John sowie die durch Covid-19 verursachten Einschränkungen haben die Zahl ihrer Starts im Laufe der Jahre eingeschränkt. Tatsächlich ging sie zwischen Mai 2021 und den Olympischen Spielen 2024 in Paris nur bei vier internationalen Turnieren an den Start. Seit 2023 reitet Cathrine Laudrup-Dufour Freestyle, und gemeinsam haben sie sich zu einem der stärksten Paare im internationalen Dressursport entwickelt. Sie befindet sich nun im gemeinsamen Besitz von Cathrine Laudrup-Dufour und ihren langjährigen Förderern, der Familie Zinglersen.
Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris belegte das Paar den fünften Platz in der Einzelwertung und legte den Grundstein für Dänemarks Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb. Im folgenden Jahr bei den Europameisterschaften in Crozet (FRA) gewann Freestyle den Grand Prix mit 80,8 Prozent und verhalf Dänemark damit zur Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb. Das Paar holte zudem Silber in der Einzelwertung sowohl im Grand Prix Special mit 81,6 Prozent als auch in der Kür mit 89,8 Prozent. Kurz darauf gelang ihnen mit einem glorreichen Sieg in Herning (DEN) der perfekte Start in die Saison des FEI Dressage World Cup™ 2025/2026. Cathrine Laudrup-Dufour und Emma Blundell trafen jedoch die strategische Entscheidung, nicht auf das Finale in Fort Worth (USA) hinzuarbeiten, sondern sich stattdessen auf die Vorbereitung für Aachen zu konzentrieren. Dies erwies sich als kluge Entscheidung. Eine Reihe herausragender Leistungen zu Jahresbeginn verhalfen Cathrine Laudrup-Dufour zum Aufstieg auf Platz 1 der Weltrangliste. Als das Duo im März dieses Jahres nach Herning zurückkehrte, startete es stilvoll in die Saison 2026 und stellte dabei eine neue persönliche Bestleistung im Grand Prix auf.
Nach dem sie 84,17 Prozent beim CDI5* in Herning erzielt hatten, sagte Cathrine Laudrup-Dufour: „Wie war das heute überhaupt möglich? Der heutige Ritt mit unserer wunderbaren Mount St John Freestyle ist ein Grand Prix, den ich nie vergessen werde. Sie war einfach perfekt. So einfach ist das. Ich bin dir für immer dankbar, Free. Herzlichen Glückwunsch zu deiner persönlichen Bestleistung.“ Richterin Isobel Wessels vergab dem Paar die Bestnote 10 für die abschließende Galopp-Pirouette und die Übergänge im Trab. Laudrup-Dufours Trainerin Kyra Kyrklund sagte, es sei das erste Mal gewesen, dass sie eine 10 für diese Lektion vergeben gesehen habe. Am folgenden Tag gewannen Cathrine und Freestyle die Kür mit 90,47 Prozent. Cathrine Laudrup-Dufour beschrieb die Stute als „eine unter einer Milliarde“. Sie fuhr fort: „Wie stolz, geehrt und glücklich wir uns fühlen, dich in unserem Leben zu haben. Wir sind für dieses Wochenende mit dir auf ewig dankbar. Es fühlt sich an, als wäre das ein ‚Once in a lifetime-Erlebnis‘. Vielen Dank an alle in unserem großartigen Team.“
Freestyles Einfluss reicht über ihre eigenen Erfolge im Viereck hinaus. Durch Embryotransfer haben ihre Nachkommen bereits begonnen, sich einen Namen zu machen, und sie ist sogar schon Großmutter. Der Vater von Freestyles viertem Fohlen ist kein Geringerer als der Weltmeister-Hengst Glamourdale. MSJ Glamourstyle ist mittlerweile ein Dreijähriger, dessen vielversprechende Karriere mit Spannung erwartet wird.
Freestyles Talente haben zudem Träume wahr werden lassen. Während einer ihrer Pausen vom internationalen Sport konnte Emma Blundell sich einen eigenen Lebenstraum erfüllen. Im Juni 2023 gewann das Paar in Yorkshire einen nationale Grand Prix mit 74,13 Prozent. Emma Blundell sagte: „Es lief besser, als ich erwartet hatte. Der Grand Prix war für mich ein Lebenstraum, und Freestyle war einfach unglaublich. Sie war so unkompliziert und hat sich nicht anders verhalten als zu Hause. Ich hatte noch nie einen Grand Prix geritten, aber Freestyle weiß wirklich, was sie tut.“ Es war ein passender Sieg im Northallerton Equestrian Centre, wo Emma Blundell ein Jahrzehnt zuvor Freestyles Turnierkarriere in einer Klasse für Vierjährige begonnen hatte. Emma Blundell fügte hinzu: „Das Erstaunliche an Freestyle sind ihre Gangarten und ihr ‚Ein-Aus-Schalter‘. Sie ist das sicherste Pferd auf dem Hof und würde eine Pony-Prüfung gewinnen, aber sie kann einfach in einen anderen Gang schalten, und dann hat sie so viele Gänge, wie man sich nur wünschen kann. Das ist unbezahlbar, aber so ist sie nun einmal. Sie liebt es, mit einem zusammenzuarbeiten und ihrem Reiter eine Freude zu machen, und man könnte ihr alles beibringen.“
Acht Jahre nach dem Gewinn von Mannschafts- und Einzelmedaillen in Tryon kehrt Freestyle als echte Goldmedaillenanwärterin auf die Weltmeisterschaftsbühne zurück. Wenn sie ihr volles Potenzial ausschöpft, werden sie und Cathrine Laudrup-Dufour zu den Paaren gehören, auf die alle Augen gerichtet sein werden, wenn die FEI-Dressur-Weltmeisterschaft im August beginnt.
Quelle: FEI
