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Hannoveraner Verband

Information zur Sache "Dario".

Liebe Hannoveraner Züchter,

die Sache „Dario“ hat durch die aktuellen Medienberichte eine neue öffentliche Wahrnehmung erhalten. Hierbei geht es um ein vielschichtiges Komplex, für den auch ohne den gestrigen Bericht im Züchterforum ein Informations- und Diskussionstreffen des Vorstands einberufen war (der dafür angesetzte, morgige Termin wurde allerdings kurzfristig um ein paar Tage verschoben). Dadurch ist es gar nicht so leicht, den richtigen Zeitpunkt zur verbandsseitigen Veröffentlichung zu wählen. Anfragen im Hannoveraner Forum haben die Entscheidung für eine erste Äußerung gegeben.


1.    Es existiert der Vorwurf, dass der Vorsitzende Herr von der Decken den Vorstand nicht korrekt über seinen zeitlichen Kenntnisstand zum Shiveringbefund des Hengstes Dario informiert habe. Hier finden Sie die Stellungnahme von Hans Henning von der Decken

Diese Stellungnahme war von Herrn von der Decken als Vorabinformation für den Gesamtvorstand in Bezug auf die o.g. Informationssitzung verfasst worden. Für nach der Informationssitzung war eine öffentliche Stellungnahme angedacht, um zugleich auch mögliche Sitzungsergebnisse darzustellen.  

2.    Bei dem Fall Dario handelt es sich um mehrere laufende Verfahren, bei denen unterschiedliche Teilaspekte sowie identische Teilaspekte in unterschiedlichen Ländern verhandelt werden. Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht aus dem laufenden Verfahren berichten können. Der Verhaltensweise des Hannover Verbandes (HV) liegt eine entsprechende anwaltliche Beratung zugrunde. Öffentlich wurde bereits das Ergebnis des dänischen Schiedsgerichts, das über die Rechtmäßigkeit eines nach der Hengstreklamation (Dario wurde ursprünglich aufgrund des vor Auktion veröffentlichten Shivering-Befundes reklamiert) geschlossenen „Joint-Venture-Vertrags“ entschieden hat. Dieser Vertrag wurde nicht umgesetzt und wird vom HV angefochten. Der Hannoveraner Verband sah jedoch bereits bei der dänischen Verfahrenseröffnung die Zuständigkeit des dänischen Schiedsgerichts als nicht gegeben an (ein entsprechendes Verfahren solle in Deutschland geführt werden).
Die Zwangsversteigerung des Hengstes im Landgestüt hatte mit unseren Gerichtsverfahren nicht direkt etwas zu tun, sondern war eine kaufmännische Entscheidung des Landstallmeisters, der ausbleibende Einnahmen letztendlich auch vor dem Steuerzahler rechtfertigen und in dessen Sinne handhaben muss.

3.    Im Arbeitsprozess mit Herrn Dr. Schade geht es um die Nutzung einer Faksimile-Unterschrift des Vorsitzenden auf Anweisung von Herrn Dr. Schade. Dies steht nicht mit der Stellungnahme des Vorsitzenden zum Fall Dario im Zusammenhang. Hierfür ist es nicht relevant, wann der Vorsitzende über den Shivering-Befund informiert war, denn der Zeitpunkt der Nutzung der Faksimile-Unterschrift war natürlich erst nach o.g. Reklamation.

4.    Die Frage der Rückstellung kann insoweit beantwortet werden, als dass der Jahresabschluss 2019 von den Wirtschaftsprüfer geprüft und bestätigt wurde. Vorgestellt wird der Jahresabschluss auf der Delegiertenversammlung am 24. August. Die Notwendigkeit für Rückstellungen wird von den Wirtschaftsprüfern erörtert. Neben Informationen der Geschäftsstelle werden dazu insbesondere Informationen der beteiligten Anwälte eingeholt. So wurde zwar eine Rückstellung für den Arbeitsgerichtsprozess „Dr. Schade“ eingestellt, Risiken aus Auktionsgeschäften wurden lediglich mit einem gängigen prozentualen Satz vom Gesamtumsatz eingestellt (somit keine Einzelrückstellung für „Dario“).

5.    Der Umgang mit Shivering in Bezug auf die Körung bleibt schwierig. Aktuell werden keine Hengste zur Hauptkörung zugelassen, die unter Shivering leiden. Diese Entscheidung beruht allerdings auf Argumenten der Vermarktung und (noch) nicht der Zucht. Dieses Thema wird den Zuchtausschuss und auch die Bundesebene noch weiter begleiten.