Hannoveraner und Rheinländer Stutenschauen

Auf der Stutenschau werden an drei- und vierjährige besonders qualitätvolle Stuten  die Anwartschaften auf die Hannoveraner Prämie vergeben. Die Stutenschauen sind oft der Höhepunkt in den Pferdezuchtvereinen und geben einen Überblick über die Qualität der Pferde einer Region. Einige Stutenschauen sind weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt.

Klasseneinteilung

Die Stuten sind in fünf verschiedene Schauklassen eingeteilt:

  • Zweijährige, die der Abstammung nach hauptbuchfähig sind,
  • Dreijährige Hauptbuchstuten mit und ohne Zuchtstutenprüfungsergebnis (zwei Klassen)
  • Vierjährige Hauptstutbuchstuten
  • Fünf- und Sechsjährige Hauptstutbuchstuten, die mindestens ein offiziell registriertes lebendgeborenes Fohlen haben müssen
  • Familien

Dreijährige und ältere Stuten sind nur dann schauberechtigt, wenn sie bereits in das Hauptstutbuch eingetragen worden sind oder spätestens auf der Stutenschau eingetragen werden. Auf größeren Stutenschauen können Sonderklassen für Springstuten und Halbblutstuten angeboten werden.

Ablauf

Die Stuten werden wie bei der Stutbuchaufnahme auf der Dreiecksbahn im Trab beurteilt und sollten entsprechend darauf vorbereitet werden. Dabei wird auch das Exterieur bewertet. Auf dem anschließenden Schrittring werden die Stuten miteinander verglichen und rangiert. Es werden keine Noten vergeben, sondern die Stuten werden in zwei Prämiengruppen (Ia oder I) eingeteilt. Abschließend werden die Stuten kommentiert. Die besten Stuten der einzelnen Klassen konkurrieren zum Abschluss der Veranstaltung um den Titel der Siegerstute der Schau. 

Herwart von der Decken-Schau

Die Herwart von der Decken-Schau ist das Highlight der Schausaison. Die besten dreijährigen Hannoveraner und Rheinländer Dressur- und Springstuten treffen in der ersten Augustwoche in Verden aufeinander, um die besten ihres Jahrganges zu küren. Eine Besonderheit dieser Schau ist das Freispringen unter freiem Himmel für die Springstuten.

Die Herwart von der Decken-Schau hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und wird inzwischen auch von internationalen Gästen besucht. Benannt wurde sie nach dem langjährigen Verbandsvorsitzenden Herwart von der Decken.

Friedrich Jahncke-Schau

Die Friedrich Jahncke-Schau, die bis 2008 Louis Wiegels-Schau hieß, wird alle zwei Jahre auf Bezirksebene ausgetragen. Sie besitzt neben der zentralen Bedeutung für die ausrichtenden Bezirskverbände einen besonderen Anreiz für die Züchter: Über die örtlichen Schauen können sich etwa 100 Spitzenstuten und zehn Stutenfamilien aus den betreffenden Bezirksverbänden qualifizieren. Eine Chance für jede Zuchtstätte, sich im überregionalen Schaufenster zu präsentieren.