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Wir sind keine Tierquäler

Der Hannoveraner Verband hat gemeinsam mit anderen Zuchtverbänden eine Unterschriftenaktion zum Erhalt des Schenkelbrandes begonnen. Es soll ein Brief mit möglichst vielen Unterschriften an die Bundesministerin Ilse Aigner verfasst werden. Bereits bei der Körung haben sich viele Besucher in die Unterschriftenliste eingetragen.

Stimmenabgabe online

Hier können Sie Ihre Stimme online abgeben.

Unterschriftenlisten

Falls Sie sich lieber schriftlich gegen das Brennverbot aussprechen wollen und nicht zu einer der nächsten Veranstaltungen nach Verden oder Alsfeld kommen können, finden Sie hier den Brief an Frau Aigner mit dem Unterschriftsformular zum herunterladen.

[ Unterschriftenaktion ]   

Bitte senden Sie den Unterschriftenzettel ausgefüllt an den Hannoveraner Verband zurück.

Hannoveraner Verband
Lindhooper Str. 92
27283 Verden

Kommentar von Zuchtleiter Dr. Werner Schade

Die Abstimmung des Bundesrates am 15. Oktober kam nicht überraschend. Danach wird die Bundesregierung um Vorlage eines Gesetzentwurfs zum Verbot von Brandzeichen gebeten. Diese Entscheidung markiert jedoch den bisherigen Tiefpunkt einer unfairen und unsachlichen Auseinandersetzung. Die Begründung der Entschließung (Drucksache 479/10) enthält eine Reihe von falschen und fragwürdigen Aussagen. Auf der einen Seite stehen die Tierschutz- und Tierärzteorganisationen, die mit Aktionismus und fachlich falschen Aussagen, gestärkt durch den Rückenwind der Medien, die Pferdezüchter zu Tierquälern abstempeln, nur weil diese ein Kennzeichnungsverfahren einsetzen, dass sich seit Jahrzehnten bewährt hat.

Die ganze Diskussion begann mit der gesetzlichen Auflage der Transponderkennzeichnung. Von Seiten der Politik und auch von führenden Vertretern der Landes- und Bundesbehörden wurde den Pferdezuchtverbänden suggeriert, dass der Transponder nicht als Ersatz für den Brand dienen solle. „Niemand hat etwas gegen den Brand“ waren Verlautbarungen, die vollmundig abgegeben wurden. Diese verhallten jedoch sehr schnell, als die Tierschützer die Diskussion aufnahmen. Von einem Moment auf den anderen war die zugesagte Unterstützung über eine Verankerung des Schenkelbrandes in der Viehverkehrsordnung passé. Es war auch eine erschreckende Erfahrung zu sehen, wie schnell Politiker umfallen, wenn Interessengruppen mit einem medienträchtigen Thema drohen. Schlimmer noch, die Antragsstellung des Brennverbotes durch den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten und das Abstimmungsergebnis des Bundesrates zeigen auch, wie schnell sich manche Politiker zur Vertretung von unhaltbaren Argumentationen benutzen lassen. Ohne die geringste Chance einer sachlichen Auseinandersetzung wurde eine wichtige politische Entscheidung getroffen, die sich mehr auf Polemik gründet als auf Fakten. Angesichts dieser Situation ist es kein Wunder, dass das Vertrauen in Staat und Politik hierdurch stark gelitten hat. Welche Lehren sind für die Pferdezucht aus all dem zu ziehen?

  1. Es handelt sich nicht nur um einen Schaden für die Pferdezucht, sondern um einen Angriff gegen den gesamten Pferdesport. Denn das, was wir heute mit dem Heißbrand erleben, kann sich schon morgen zu einem anderen Thema wiederholen. Vielleicht kommt irgendjemand, irgendwann auf die Idee, ein Reitverbot zu beantragen.
  2. Die Lobbyarbeit für die Pferdezucht und den Pferdesport muss besser werden. Dies ist jedoch nicht nur eine Frage für die führenden Funktionsträger, sondern muss in den Mitgliedsorganisationen bis zur Basis durchdringen. Falls notwendig müssen die Interessen auch mit der notwendigen Schärfe oder auch mit Rechtsmitteln vertreten werden.
  3. Die Pferdezucht- und Pferdesportorganisationen in Deutschland müssen eine einheitliche Sprache sprechen. In der Frage Schenkelbrand gaben die Deutschen Pferdezuchtverbände ein trauriges Bild ab. Sehr leichtfertig und sehr schnell stellten einige Verbände es ihren Züchtern frei, überhaupt zu brennen bzw. verzichteten auf die Brennnummer. Damit fielen sie den Verbänden, die sich intensiv für den Brand eingesetzt haben, in den Rücken. Hier muss man sich nicht wundern, dass gerade auch diese Länder dann im Bundesrat für das Brennverbot gestimmt haben. Damit hatten die Länder wie Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Sachsen, die gegen ein Brennverbot waren, keine Chance, sich durchzusetzen. Die Pferdezuchtverbände, die so unüberlegt handelten, haben die Position der Pferdezucht geschwächt. Es war ihnen dabei wohl nicht klar, dass sie den Verdrängungswettbewerb zwischen den Zuchtverbänden damit noch deutlich verschärfen werden. Wenn der Brand wegfällt, werden die starken Verbände sich im Wettbewerb um die Mitglieder ihre Marktanteile sichern, ohne auf bestehende Strukturen Rücksicht zu nehmen.

Auch wenn die jetzige Situation mit dem eingeleiteten Gesetzgebungsverfahren für das Brennverbot den Eindruck vermittelt, dass die Chancen der Verhinderung gering sind, wird der Hannoveraner Verband nicht aufgeben, auch weiterhin mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für den Brand zu kämpfen. Gemeinsam mit der  FN werden nun die weiteren Schritte abgestimmt. Wir müssen auch in Zukunft für unsere Sache mit aller Kraft einstehen und brauchen die Unterstützung jedes einzelnen Züchters. Mit der Hengstkörung wird eine Unterschriftenaktion gestartet, die sich an die Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner wendet. Wir bitten Sie, mit Ihrer Unterschrift Ihren Beitrag zu leisten!

Dr. Werner Schade
(Zuchtleiter u. Geschäftsführer)

[ Kommentar des Hannoveraner Verbandes ] 

Stellungnahme an Ministerpräsident David McAllister

Stellungnahme an David Mc Allister

Am 26.08.2010 hat der Hannoveraner Verband eine Stellungnahme an Niedersachsens Ministerpräsidenten David Mc Allister geschickt. Inzwischen ist das Land Rheinland-Pfalz mit einem ersten Versuch das Brennverbot im Bundesrat durchzudrücken gescheitert. In den anschließenden Besprechungen im Agrarausschuss hat sich Niedersachsen gegen ein Brennverbot ausgesprochen. Eine Mehrheit für den Erhalt des Fohlenbrandes konnte bislang aber nicht gefunden werden.

[ Stellungnahme an David Mc Allister ]