

Wie in jedem Jahr wurde mit großem Interesse verfolgt, wie die Hannoveraner in der Weltwertung aller Zuchtgebiete im Vergleich abschneiden würden. Erneut wurde die Führungsposition bestätigt.
Der Weltzuchtverband WBFSH ist willkommener Partner des Dressur- und Springfestivals in Verden, wenn hier seit vielen Jahren in Kooperation mit der FEI die Weltmeister der fünf- und sechsjährigen Dressurpferde ermittelt werden. Die WBFSH ist aber auch zuständig für die Auswertung der Spitzensportergebnisse nach dem Herkunftszuchtgebiet der Erfolgspferde. Diese Rankings werden im Laufe der Saison unter www.wbfsh.org nach Einzel- und Stutbuchwertung in mindestens vierteljährlichen Abständen aktualisiert. Der Wertungszeitraum geht von Anfang Oktober bis Ende September.
Vier Wochen vor Ende des Wertungszeitraums Ende August 2008 war Hannover in der Stutbuchwertung in Dressur an eins, im Springen und in der Vielseitigkeit an drei. Also schien alles klar für einen erneuten Gesamtsieg. Die nicht mehr als offiziell vergebene „Best of All-Trophy“ schien zum 12. Mal gesichert zu sein. Überraschend war jedoch, dass mit dem ersten veröffentlichten Endergebnis Ende September der Gesamtsieg an das KWPN zu gehen schien, bis nach zwei Korrekturen Hannover wiederum vorne steht.
Die in die Wertung kommende Riege der Dressurpferde, die zum 13. Mal in Folge die Stutbuchwertung Dressur anführen, sind sämtlich Weltmeister, Olympiamedaillisten und/oder Worldcup-Sieger wie IPS Salinero mit Anky van Grunsven, Satchmo und Warum Nicht FRH mit Isabell Werth, Hunter Douglas Sunrise mit Imke Schellekens-Bartels, Bonaparte mit Heike Kemmer sowie Elvis VA mit Nadine Capellmann. Sie alle werden unter den besten Neun der Einzelwertung geführt. Die nächstplacierten Zuchtgebiete sind die Niederländer, Dänen und Oldenburger. Sowohl der Punkteabstand, als auch der Reichtum an weiteren hoch rangierten Pferden verdeutlicht die Dominanz der Hannoveraner Dressurpferde im internationalen Sport mit Salinero als Spitzenreiter.
Im Springen sah es zunächst nach Platz drei hinter KWPN und Westfalen aus, dann rückten die Holsteiner und Franzosen vor. Zuletzt sieht die Stutbuchwertung die Niederlande weiterhin vorne vor Westfalen und Holstein. Die Nachrechnung ergab dann, dass Hannover vor den Franzosen auf Rang vier gelandet ist mit den Vertretern Shutterfly (Meredith Michaels-Beerbaum), Lantinus (Denis Lynch), Checkmate (Meredith Michaels-Beerbaum), Vulkano FRH (Marcus Ehning) sowie Goldfever und Enorm (Ludger Beerbaum). Die Anzahl, die Altersstruktur und die Rangierungen im Springen zeigen, dass Hannover etwas Zeit braucht, um noch weiter nach oben zu kommen. In der Weltspitze kommt es dabei auch auf die Berittenmachung an, hier dürfte eine Management-Herausforderung liegen. Für den Verband liegt die Hauptaufgabe jedoch in der gemeinsam betriebenen Zuchtstrategie. Hier sind Weichen gestellt worden, positive Auswirkungen sind spürbar.
Nach Fehlerkorrekturen bei der Auswertung der Vielseitigkeitspferde bestätigte sich das Bild, das sich im Vorjahr gezeigt hatte. Ein hohes Niveau in allen drei olympischen Disziplinen zeichnet die Hannoveraner Zucht aus. Außer den beiden Vertretern in der Gold-Mannschaft von Hongkong sind weitere Vielseitigkeitspferde mit Hannoveraner Brand international erfolgreich. Das erbrachte nach einigem Hin und Her den dritten Platz in der Stutbuchwertung hinter den Iren und den Franzosen. Federführend hierfür sind die Mannschafts-Olympiasieger Butts Leon (Andreas Dibowski) und FRH Butts Abraxxas (Ingrid Klimke), sowie Air Jordan (Frank Ostholt), Fantasia FRH (Andreas Dibowski), Nebelwerfer (Harald Sigl) und Dictus J (Franziska Roth).
Damit ergab sich letztendlich der deutliche Vorsprung vor dem KWPN in der Gesamtwertung, es folgen die Westfalen, die Holsteiner und die Schweden. Aus Lyon, dem diesjährigen Ort der Jahrestagung der WBFSH, brachten Zuchtleiter Dr. Werner Schade und der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Rump erneut die Urkunde für den Dressur-Sieg Hannovers mit. Sie konnten berichten, dass ein Grund für die Unklarheiten bei der Auswertung in verschiedenen Änderungen der Abwicklung gelegen hat. So lässt sich beispielsweise erklären, dass die offiziellen Starterlisten in Hongkong, bereitgestellt von der FEI, unerträglich viele Fehler aufgewiesen haben. Auf der WBFSH-Tagung in Lyon wurde versprochen, dass weiter hart an Verbesserungen gearbeitet wird.